Christina Henry
Das gierige Haus
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»Das gierige Haus« von Christina Henry
In einer ganz normalen Straße steht ein ganz normales Haus. Von außen zumindest. Der Garten etwas verwahrlost, das Gebäude leicht verfallen; wie ein Haus eben aussieht, wenn keiner mehr darin wohnt.
In dem verlassen McIntry Haus lebt keiner, weil es seinen Bewohnern das Leben nimmt. Auf brutale Art und Weise. Auf sehr brutale Art und Weise. Wer seinen Fängen entkommt, ist gezeichnet ein Leben lang.
Das Cover zeigt ein typisch amerikanisch Haus: Mehrstöckig, aus Holz und irgendwie verwinkelt. Das Haus erstrahlt in einem blutigen Rotton und mittendrin ein Sprung. Wie wenn ich es durch eine kaputte Scheibe betrachten würde. Ich finde es unheimlich und deswegen sehr gut zum Inhalt des Buches gewählt.
Christina Henry hatte mich von der ersten Seite ihres Buch an ihrer Gewalt. Ich fühlte mich förmlich gefangen zwischen ihren Seiten und las mich in einen gruseligen Blutrausch, der mich einfach nicht mehr los lassen wollte. Die Autorin hat einen wahnsinnig intensiven, packenden und schnellen Schreibstil, der mich einfach begeisterte! Christina Henry versteht es meisterhaft, eine gruselige Stimmung aufzubauen, die mich fesselte.
Besonders gut fand ich, wie sie die Geschichte des Hauses erzählte. Aus der aktuellen Zeit mit vielen Rückblicken und ein langsamer Gang ins Heute. Sie unterstrich damit, wie die grauenvollen Vorgänge anwuchsen, das Entsetzen sich verfestigte und sich tief in das Holz und die Umgebung einbrennen konnte. Aber auch in die Seele der Anwohner, die einfach nicht vergessen können und wollen, was das Böse in dem Gemäuer schon alles angerichtet hat.
Vor allem Jessie spielt eine Hauptrolle. Sie gehört nicht nur zu den Menschen, die direkt von der Brutalität des Hauses betroffen ist, sondern scheint auch in sein Innerstes blicken zu können. Der Verlust ihrer Familie zerstört sie nicht, sondern stärkte sie. Jessie sieht sich als Hüterin an. Als jemand der warnt, der erzählt und auf die Geschehnisse aufpasst. Als das Haus nach einer langen Ruhephase das Morden wieder aufnimmt, erklärt Jessie ihm den Kampf. Von der Beobachterin, zur Täterin!
Ich liebe die Figur von Jessie! Christina Henry ist hier ein Protagonist der besonderen Art gelungen! Vom verängstigten Kind zur aufmüpfigen Jugendlichen, zur besonnen Erwachsenen. Alle Lebenszeiten durfte ich hautnah miterleben und Jessie wachsen sehen. Körperlich und geistig. Stets konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen und begleitete sie in die tiefen Abgründe des perfiden Horror.
Mein Fazit
Buch nicht schräg halten! Sonst läuft Blut raus!
Mich hat es von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert! Ganz großes Kino!